Rohrpostanlagen, Rohrpostsysteme, Hersteller
Hört man das Wort Rohrpostanlage, denkt man zunächst an ein urzeitliches System bei welchem, Dinge mittels Druckluft durch ein Rohr gepresst wird. Die ersten Einsätze der Rohrpostanlagen liegen dabei tatsächlich schon einige Jahre zurück. Die erste Rohrpostanlage wurde im Jahr 1859 in London installiert und in Betrieb genommen. Auch heutzutage ist die Rohrpost ein beliebtes und personalarmes Beförderungsmittel in vielen Bereichen. So werden zum Beispiel in Krankenhäusern Blutproben befördert. Für diesen Zweck kann die Beförderungsgeschwindigkeit extra langsam gewählt werden, um das Beförderungsgut so sicher wie möglich zu transportieren. In Industriebetrieben, welche oft ein sehr weitläufiges Areal einnehmen, können mit Hilfe von schnellen Rohrpostanlagen lange Fußwege eingespart werden. Hier werden häufig Laborproben, Schichtberichte, Originaldokumente und andere eilige Informationen per Rohrpostkapsel befördert. Weitere Orte, an denen die Rohrpost die Überbringung von Informationen und Gütern vereinfacht, sind beispielsweise Apotheken, Bürogebäude, Labore, Tankstellen und Banken.
Die Kapseln können je nach Bedarf und Sicherheitsstufe aus Stahl, PVC oder Aluminium sein. Die Verschlussarten können ebenso nach Sicherheit und praktischem Wert gewählt werden. So gibt es vom einfachen Dreh- oder Schnappverschluss bis zum hochsicheren, mit Sicherheitscode versehenen Stahlverschluss alles was dem jeweiligen Bedarf entspricht.
Das jeweilige Ziel wird per zugeordnete Nummer am Display gewählt und anschließend die Kapsel in den Apparat gesteckt. Mittels Druckluft wird die Kapsel dann zügig und sicher zum Zielort befördert. Modernste Rohrpostanlagen enthalten auch einen Chip auf dem der Herkunftsort gespeichert ist. Somit kann eine Herkunftszuordnung und Leerhülsen-Rückbeförderung gewährleistet werden. Durch Anschluss des Systems an einen PC, können auch die Rohrleitungen überwacht und die Transporte dokumentiert werden. Dies macht vor allem beim Transport von Banknoten, Blutkonserven und ähnlichen Dingen durchaus Sinn und trägt zur Sicherheit bei.
Bei Rohrpostanlagen werden außerdem Innenrohranlagen von Außenrohranlagen unterschieden. Bei der Planung und Installation muss hierbei berücksichtigt werden welche Transportgüter später durch die Rohre transportiert werden soll. Außenrohranlagen sind den Wetterbedingungen ausgesetzt und können trotz Isolation entweder durch die Sonne stark aufgeheizt oder im Winter stark unterkühlt werden. Empfindliche Güter würden dadurch gefährdet. Die gängigen und üblichen Rohrpostanlagen sind aber heutzutage meist im Innenbereich installiert. Hindernisse können hier einfach umgangen, empfindliche und sensible Güter sicher transportiert und ein Sicherheitsrisiko durch freie Zugänglichkeit der Rohre reduziert werden.
Die Größe der modernen Rohrpostanlagen kann sich durchaus sehen lassen. So können Güter bis zu 28 kg und 30 cm Durchmesser durch die Rohrleitungen mit Druckluft gepresst werden. Durch eine Realisierung der Anlage mit bis zu 64 Rohrleitungen und bis zu ca. 510 Zielstationen kann ein riesiges Areal abgedeckt und viele Hülsten gleichzeitig durch die Rohre befördert werden. Zu Kollisionen und stecken gebliebenden Hülsen kommt es hierbei nur in Ausnahmefällen. Ist bereits eine Hülse in der Leitung, so wird dies automatisch erkannt und mit dem Absenden der Hülse gewartet bis die Röhre frei ist. Durch die Personal-, Geld- und Zeiteinsparung und die Sicherheit des Transportes sind solche Rohrpostsysteme durchaus als nützliches und sehr praktisches und keineswegs urtümliches System anzusehen. Der Einsatz dieser Rohrpostsysteme ist aus Erfahrungen in den verschiedenen Anwendungsbereichen durchaus zu empfehlen, denn die Installationskosten zahlen sich bereits nach kurzer Zeit wieder aus.